Der Weinberg benötigt das ganze Jahr über Aufmerksamkeit, auch im Sommer: Er macht keine Ferien, im Gegensatz zu uns! Nach dem Rebschnitt und dem Erziehungssystem, die im Winter durchgeführt werden, folgen Frühling und Sommer sowie die grünen Arbeiten am Weinberg. Diese Maßnahmen helfen der Pflanze, ihre Kraft zu bewahren und Trauben von besserer Qualität zu produzieren.
Behandlungen gegen Krankheiten und Schädlinge
In dem Moment, in dem die Traubenrispen zu erscheinen beginnen, sind sie am empfindlichsten. Deshalb ist es wichtig, unabhängig davon, ob der Anbau biologisch ist oder nicht, die Reben gegen Krankheiten und Insekten zu behandeln. Die beiden häufigsten Krankheiten sind der Mehltau und der Falsche Mehltau. Ersterer wird durch Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht begünstigt und tritt daher eher im Frühling und Sommer auf. Es handelt sich um Pilze, die weiße Flecken auf den Blättern bilden. Milch oder Schwefel sind zwei wirksame natürliche Mittel gegen Mehltau. Der Falsche Mehltau zeigt sich durch braune Flecken, weißen Schimmel und ein Welken der Blätter. Er kann mit Natron, kupferhaltigen Produkten oder Brennnesseljauche behandelt werden. Winzer, die nicht biologisch arbeiten, verwenden in beiden Fällen chemische Mittel. Zu beachten ist, dass Regen und Feuchtigkeit generell die Verbreitung dieser Krankheiten fördern.
Das Kürzen
Um der Rebe mehr Luft zu verschaffen und den Trauben das Reifen zu erleichtern, führt der Winzer ein Kürzen durch. Die Triebe werden so geschnitten, dass sie einerseits nicht über die Rebzeilen hinausragen und andererseits die Trauben mehr Sonne abbekommen. So können Saisonarbeiter und Maschinen leichter zwischen den Rebreihen arbeiten.
Das Ausbrechen oder Entgeizen
Der nächste Schritt ist das Ausbrechen, also das manuelle Entfernen der kleinen Triebe, die „Geiztriebe“ genannt werden und direkt am Rebstock wachsen. Es ist notwendig, diese zu entfernen, da sie sonst das Wachstum der anderen Triebe und sogar der Früchte behindern können. Außerdem verringert dies die Vegetationsmenge und somit das Risiko, dass sich Krankheiten entwickeln. Diese kleinen Triebe sind im Gegensatz zu denen am oberen Teil des Stocks im folgenden Winter beim Schnitt nicht nützlich.
Das Anbinden und Aufbinden
Die Anordnung der Weinberge hängt von den Regionen und den dort gepflanzten Rebsorten ab. Zum Beispiel wachsen sie in Burgund um Drahtseile, die an Pfählen befestigt sind, was ihnen maximalen Sonnenschein ermöglicht. Diese Anordnung macht die Weinlandschaften sehr ästhetisch, erfordert aber Pflege. Denn man darf nicht vergessen, dass die Rebe eine Kletterpflanze ist und ohne regelmäßige Pflege in alle Richtungen wächst.
Wenn die Rebe nach dem Winter wieder austreibt, werden die Triebe in eine bestimmte Richtung gelenkt, indem sie mit Klammern oder Bändern an den Drähten befestigt werden. Das nennt man Anbinden.
Dann folgt das Aufbinden. Dabei handelt es sich um einen zweiten Durchgang, bei dem alles, was seit dem Anbinden nachgewachsen ist, erneut in die Drähte eingeklemmt wird. Je nach Wachstumsgeschwindigkeit der Rebe kann dieser Vorgang mehrmals wiederholt werden. Je mehr es zum Beispiel regnet, desto schneller wachsen die Triebe nach, und sie müssen erneut gekürzt und in die Drähte eingeklemmt werden.
Das grüne Ausdünnen
Dieser Schritt ist nicht immer notwendig, wird aber manchmal im Juli durchgeführt. Dabei schneidet der Winzer, wenn die Trauben noch grün sind, einige unnötige ab. Das gilt auch, wenn die Rebe zu viele Trauben trägt: Es werden nur die besten behalten, um eine qualitativ hochwertigere Ernte zu erzielen. In der Regel werden beschädigte, zu weit vom Stock entfernte oder missgebildete Trauben entfernt.
Diese Technik stellt sicher, dass die Rebe die nötigen Ressourcen hat, damit die Trauben ideal reifen. Zu viele Trauben pro Stock erschöpfen die Rebe, und die Trauben enthalten dann weniger Zucker und sind saurer.
Das Entblättern
In der Regel im Juli entfernt der Winzer beim Entblättern einige Blätter, die sich auf Höhe der Trauben befinden, und zwar nur auf der Ostseite der Rebe (Sonnenseite). Dadurch sind die Trauben besser dem Licht ausgesetzt und besser belüftet. Das Entblättern reduziert auch das Risiko der Pilzverbreitung und erleichtert später die Lese. Es wird vor allem in kühlen und feuchten Regionen praktiziert.
Man muss darauf achten, nicht zu viele Blätter zu entfernen, da diese für die Photosynthese unverzichtbar sind. Sie schützen die Trauben auch vor Sonnenbrand.
Die Weinlese
Im August ist es für den Winzer meist Zeit, sich etwas auszuruhen. Es bleibt nur noch abzuwarten, bis die Trauben reif sind. Je nach Region, wie in einem früheren Artikel beschrieben, sowie je nach Jahr und Wetter, fällt die Lese früher oder später aus. Um den Zeitpunkt zu bestimmen, entnimmt der Winzer regelmäßig Traubenproben. Die Lese findet in der Regel zwischen Ende August und Anfang Oktober statt.



