AOC, AOP, IGP... Das sind die Bezeichnungen, die Sie häufig auf Ihren Weinflaschen finden. Aber was sind die Unterschiede zwischen all diesen Bezeichnungen? Worin unterscheiden sie sich?
AOC- oder AOP-Weine?
Die kontrollierte Ursprungsbezeichnung (AOC) entstand in Frankreich Mitte der 1930er Jahre. Sie hatte das Ziel, Betrug zu bekämpfen und den Namen des Weins, seine Eigenschaften und die Besonderheiten eines abgegrenzten Terroirs zu schützen. Die AOC ist die prestigeträchtigste französische Bezeichnung und folgt einem sehr strengen Pflichtenheft. Ihre Aufgabe ist es, die regionalen Typizitäten der Weine sowie die weinbaulichen und önologischen Praktiken zu verteidigen, die den lokalen Gepflogenheiten entsprechen. Sie kontrolliert somit den Anbauort, die verwendeten Rebsorten, die Erträge pro Hektar, die Vinifizierungstechniken sowie den Alkoholgehalt. Diese Bezeichnung ist die anspruchsvollste und theoretisch auch die qualitativ hochwertigste. Die Bezeichnung AOP wird vom INAO (Institut national de l'origine et de la qualité) vergeben.
Die AOP
Die geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) ist eine Bezeichnung, die 2009 eingeführt wurde. Sie unterscheidet sich von der AOC durch ihre Anerkennung auf europäischer Ebene. Tatsächlich ist die AOP das europäische Pendant zur AOC. Damit ein Wein die Bezeichnung AOP erhält, muss er zuvor zwingend die Bezeichnung AOC erhalten haben. Insgesamt besitzen in Frankreich laut INAO 375 Weine die Bezeichnung AOC. Das entspricht einer Fläche von 441.200 Hektar Weinbergen und nicht weniger als 21,5 Millionen Hektolitern, die vermarktet werden. Zählt man die französischen Spirituosen (Eaux-de-vie, Rums...) hinzu, steigt diese Zahl auf 473 AOC.
Die IGP (geschützte geografische Angabe)
Die IGP wurde 1992 eingeführt und ist eine europäische Bezeichnung. Sie ersetzte 2009 die französische Bezeichnung „Vins de Pays“, die 1968 geschaffen wurde. Diese „Vins de Pays“ hatten das Ziel, die Weinproduktion einer bestimmten geografischen Zone (Côtes-de-Gascogne, Pays-d'Oc, Val-de-Loire...) aufzuwerten. Die IGP besitzt wie die AOC ein Pflichtenheft, das einzuhalten ist, jedoch offener und flexibler ist. Sie schützt Weine, bei denen mindestens eine der Phasen des Anbaus oder der Vinifizierung in der geografischen Zone der Bezeichnung stattfindet. Die geografische Zone ist also größer. Die Anbaumethoden der Rebe sowie die Vinifizierungsmethoden sind weniger restriktiv. Die IGP lässt den Winzern mehr Freiheiten. In Frankreich gibt es 74 IGP-Weine, die in drei Typen unterteilt sind: regionale IGP, departementale IGP und kleine Zonen. Die IGP-Weine machen ein Drittel der französischen Weinproduktion aus.
Die Vins de France
Früher als „Vins de tables“ bezeichnet, gilt die Bezeichnung Vin de France als die offenste aller Bezeichnungen. Tatsächlich besitzt diese Bezeichnung keine genaue geografische Angabe und unterliegt einer sehr freien Regulierung. Frei sowohl bei der Weinherstellung, da er aus Trauben verschiedener Regionen, Herkunft und Jahrgänge zu bis zu 15 % verschnitten werden darf. Und frei bei den angezeigten Informationen: Die Angabe aller Rebsorten und vor allem des Jahrgangs ist nicht verpflichtend. Es ist eine Bezeichnung, die den Winzern mehr Freiheit lässt. Sie sind nicht an ein strenges Pflichtenheft gebunden. Die unter dieser Bezeichnung produzierten Weine ermöglichen es vielen Winzern, vergessene Rebsorten wiederzuentdecken und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.
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