Halbtrockener Wein, Likörwein, natürlicher Süßwein und Spätlese: Wie unterscheidet man sie?

Vin moelleux, liquoreux, vin doux naturel et vendanges tardives : comment les différencier ?

Halbtrockene und edelsüße Weine werden oft verwechselt, ebenso wie andere süße Weine wie Spätlesen oder natürliche Süßweine. Doch diese Weine sind tatsächlich alle unterschiedlich. Domaine du Goût hilft Ihnen, den Durchblick zu behalten.

Halbtrockener oder edelsüßer Wein – wo liegt der Unterschied?

Zunächst sei daran erinnert, dass halbtrockene und edelsüße Weine ausschließlich Weißweine betreffen. Die Hauptunterschiede zwischen diesen Weinen liegen vor allem im Gehalt an Restzucker, also Zucker, der im Wein nicht in Alkohol umgewandelt wurde. Auch der Herstellungsprozess unterscheidet sich.

Halbtrockene Weine

Im Allgemeinen gilt, dass trockene Weine durchschnittlich 4 Gramm Zucker pro Liter enthalten. Halbtrockene Weine enthalten zwischen 4 und 12 Gramm Zucker pro Liter. Halbtrockene Weine haben einen Zuckergehalt von 10 bis 45 Gramm pro Liter. Ab 45 Gramm Zucker handelt es sich um einen edelsüßen Wein. Die Herstellung halbtrockener Weine ist ein spezieller Prozess. Die Auswahl der Trauben ist ein entscheidender Schritt. Halbtrockene Weine werden nämlich aus Trauben hergestellt, die in Überreife geerntet wurden oder die Edelfäule erreicht haben. Die getrockneten Trauben verlieren Wasser und konzentrieren so den Zucker. Dieser Überreifeprozess führt auch zu Weinen mit einem höheren Alkoholgehalt. Diese halbtrockenen Weine haben einen weichen, samtigen und cremigen Geschmack. Die Anbaugebiete für diese Weine sind zahlreich. Die bekanntesten Regionen sind der Südwesten mit Weinen wie Côtes-de-Bergerac oder Gaillac. Auch das Loiretal ist eine der wichtigsten Anbauregionen, insbesondere mit dem berühmten Coteaux-du-Layon.

Edelsüße Weine

Edelsüße Weine enthalten den höchsten Zuckergehalt. Sie sind komplexer und konzentrierter als halbtrockene Weine und halten sich auch länger, bis zu mehreren Jahrzehnten. Mit einem Zuckergehalt von über 45 g/L sind sie deutlich süßer.

Edelsüße Weine entstehen durch Edelfäule, bei der der Botrytis-Pilz den Zucker in den Trauben konzentriert. Sie können auch durch Passerillage entstehen, eine Methode der Überreife durch natürliche Austrocknung der Trauben in der Sonne oder auf Stroh, um Wasser verdunsten zu lassen und so eine hohe Konzentration von Zucker und Alkohol zu erreichen. Im Geschmack sind edelsüße Weine viel süßer und alkoholreicher als halbtrockene Weine, weshalb sie auch „edelsüß“ genannt werden, in Anlehnung an Liköre. Die wichtigsten Anbaugebiete für edelsüße Weine sind das Elsass, das Loiretal und der Südwesten, mit den bekanntesten Weinen wie Sauternes und Monbazillac.

Wie sieht es mit natürlichen Süßweinen, Spätlesen und Auslesen aus?

Natürliche Süßweine

Natürliche Süßweine entstehen durch eine traditionelle Weinbereitung ähnlich der klassischer Weine. Der Unterschied liegt darin, dass zu Beginn der Gärung ein 90° starker Alkohol zugesetzt wird. Dieses Verfahren stoppt die Gärung. Der Wein wird dadurch nicht nur alkoholreicher, sondern auch reicher an natürlichem Zucker, daher der Name „natürlicher Süßwein“. Im Gegensatz zu halbtrockenen und edelsüßen Weinen gibt es natürliche Süßweine in Rot, Weiß und Rosé. Zu den bekanntesten zählen Rivesaltes, Banyuls und Maury aus der Region Roussillon.

Die Besonderheit des Elsass

Die elsässische Region ist ein Sonderfall. Auf diesem reichen Weinbaugebiet gibt es zwei einzigartige Bezeichnungen für edelsüße Weine.

Die erste ist die der Spätlese. Die Spätlesen stammen von bestimmten, zugelassenen Rebsorten (Pinot Gris, Muscat Gewürztraminer, Riesling), deren Trauben manuell und so spät wie möglich geerntet werden. Diese Rebsorten sind von Natur aus zuckerreich (zwischen 200 und 243 Gramm pro Liter).
Die zweite Bezeichnung ist die der Auslese, die aus Trauben mit Edelfäule gewonnen wird und einen etwas höheren Zuckergehalt aufweist (zwischen 255 und 279 Gramm pro Liter).

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