Die Assemblage ist eine Besonderheit vieler französischer Weine und gilt für manche sogar als eigenständige Kunst. Diese Methode besteht darin, verschiedene Rebsorten oder verschiedene Jahrgänge miteinander zu vermischen, um den bestmöglichen Wein zu erhalten. Viele Weine sind "bi-cépages". In einigen Regionen können Assemblagen jedoch bis zu 13 verschiedene Rebsorten enthalten. Domaine du Goût erklärt Ihnen unten mehr dazu.
Warum eine Assemblage durchführen?
In der Önologie ermöglicht die Methode der Assemblage, reichere und vollere Weine zu erzeugen. Durch das Kombinieren komplementärer Rebsorten versucht man, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Es gibt mehr als 200 Rebsorten, die in Frankreich für die Weinherstellung verwendet werden. Diese Rebsorten besitzen nicht alle die gleichen aromatischen und geschmacklichen Eigenschaften. Manche Rebsorten benötigen daher die Kombination mit anderen, um ein ansprechenderes Produkt zu schaffen. So kann man das richtige Gleichgewicht erreichen, indem man das Aromenspektrum erweitert, die Tannine oder die Frische anpasst.
Die Praxis der Assemblage kann auch dazu dienen, die Typizität eines Weins von Jahr zu Jahr entsprechend der Ernte wiederzugeben. Auf diese Weise versucht man, den Charakter, der zum Ruf eines Weins beiträgt, zu bewahren und dem Verbraucher eine Ähnlichkeit im Weinprofil von Jahr zu Jahr zu garantieren. Diese Praxis ermöglicht es somit, Weine mit unterschiedlichen Profilen anzubieten, um sich an verschiedene Geschmäcker und Vorlieben anzupassen.
Die verschiedenen Arten der Assemblage
Man unterscheidet drei Arten von Assemblagen:
- Assemblagen von Rebsorten
- Assemblagen von Jahrgängen
- Assemblagen von Terroirs oder Parzellen
Assemblagen von Rebsorten bestehen darin, verschiedene Rebsorten zu mischen, um einen Wein zu erzeugen. Diese Technik stammt aus der Praxis der Komplantation, also dem Anpflanzen verschiedener Rebsorten auf derselben Weinparzelle, um sie gemeinsam zu ernten und zu vinifizieren. Heutzutage werden die Rebsorten auf unterschiedlichen Parzellen gepflanzt und nach der Lese zusammengeführt. Die Assemblage von Rebsorten ist besonders in der Region Bordeaux und im Languedoc-Roussillon sehr beliebt.
Die Assemblage von Jahrgängen entsteht durch das Zusammenfügen von Weinen mit unterschiedlichen Lesejahren. In diesem Fall gilt die Regel, dass der Jahrgang (das Jahr) nicht auf der Flasche angegeben werden darf. Die Assemblage von Jahrgängen ist besonders bekannt bei der Herstellung von Champagner und gilt sogar als eine der Markenzeichen dieser Weine.
Schließlich ist die Assemblage von Terroirs (oder Parzellen) eine Praxis, bei der der Wein aus nur einer Rebsorte besteht, die sich jedoch je nach Alter der Reben, Ausrichtung, Boden und Art der Reifung unterschiedlich ausdrückt. Diese Assemblage wird vor allem im Loire-Tal und in Burgund praktiziert, die als "Mono-Cépage"-Regionen gelten, in denen die meisten Weine aus nur einer Rebsorte hergestellt werden. In Burgund zum Beispiel findet man viele Weine, die zu 100 % aus Pinot Noir bestehen.
Zu welchem Zeitpunkt der Weinbereitung erfolgt die Assemblage?
Das hängt von den Winzern ab, aber es gibt zwei gegensätzliche Methoden. Einige Winzer entscheiden sich dafür, die Weine aus verschiedenen Rebsorten gemeinsam auszubauen. Die Assemblage erfolgt dann direkt nach der Ernte, sobald der Wein in den Tank gefüllt wird. Andere lesen und vinifizieren jede Rebsorte separat und führen die Assemblage erst vor der Abfüllung durch. Diese letzte Methode ermöglicht es, das beste Verhältnis einer Rebsorte zur anderen zu finden und auch mehrere verschiedene Cuvées zu kreieren.
Wo wird assembléiert?
In Frankreich praktizieren viele Regionen die Assemblage. Einige Regionen tun dies jedoch stärker als andere. Besonders Bordeaux ist dafür bekannt. Die Assemblage von Rebsorten ist dort eine jahrhundertealte Tradition. Für viele ist sie eine Kunst und die Besonderheit der großen Bordeaux-Weine besteht darin, ein perfektes Gleichgewicht zwischen den Rebsorten zu erzielen. Auch Champagner ist als Assemblage-Wein bekannt, stellt aber einen Sonderfall dar, da die Champagne-Region alle Rechte in Bezug auf Assemblage besitzt. Dort werden Crus mit unterschiedlichen Eigenschaften, verschiedene Rebsorten und sogar rote und weiße Rebsorten zusammen assembléiert (die einzige Region in Frankreich, in der dies erlaubt ist). Schließlich ist auch die Assemblage verschiedener Jahrgänge, also die Kombination des Weins des aktuellen Jahres mit Weinen aus früheren Jahren, ein starkes Merkmal der Champagner-Weine. Zu beachten ist, dass Elsass und Burgund nicht für Assemblage bekannt sind, sondern ausschließlich mono-cépage arbeiten.



