Die Zeit der Weinlese ist endlich in unseren schönen französischen Weinregionen angekommen. Eine Zeit, die von großer Bedeutung ist, da sie das Ergebnis eines ganzen Jahres Arbeit des Winzers darstellt. Ein Moment der Geselligkeit, die Weinlese ist ein wahrer Teil der französischen Kultur. Entdecken wir gemeinsam alles über diese Ernte.
Was ist die Weinlese?
Der Name Weinlese stammt vom Begriff vendémiaire, dem Namen des ersten Monats des republikanischen Kalenders, der vom 22. September bis zum 21. Oktober dauert. Er bezieht sich auf die Zeit der Weinlese, die in Frankreich normalerweise zwischen September und Oktober liegt. Die Weinlese bezeichnet die Ernte der Trauben, die für die Weinproduktion bestimmt sind. Der Begriff wird im Plural verwendet, um allgemein die Zeitspanne zu bezeichnen, in der die Ernte stattfindet. Die Zeit der Weinlese variiert je nach Region und Klima. Sie kann zwischen Ende Juli und Mitte Oktober liegen. Vor allem entspricht sie jedoch dem Zeitpunkt, an dem die Trauben ihre Reife erreicht haben. Das heißt, wenn das Verhältnis von Zucker zu Säure seinen optimalen Stabilitätsgrad erreicht hat.
Die verschiedenen Methoden
Es gibt zwei Arten der Weinlese: die manuelle und die maschinelle Weinlese. Die Wahl der Erntemethode hängt von der gewünschten Qualität der Weine, den Kosten und den Werten ab, die das Weingut vertreten oder hervorheben möchte.
Die manuelle Weinlese wird oft bei der Produktion von hochwertigen Weinen oder Schaumweinen wie Champagner verwendet, bei denen die Auswahl der Trauben strenger ist. Sie wird auch häufig bei Bio-, biodynamischen und Naturweinen eingesetzt, da sie den Erwartungen und der Philosophie der Winzer entspricht. Schließlich wird diese Erntemethode auch in Weinbergen angewandt, in denen Maschinen nicht eingesetzt werden können, zum Beispiel wenn das Gelände ungeeignet ist oder die Rebzeilen zu eng sind. Die manuelle Weinlese ist kostenintensiver, da sie einen großen Arbeitsaufwand erfordert. Es werden Pflücker oder Schnitter benötigt, die mit einer Rebschere die Trauben schneiden und in Eimer, kleine Kisten oder Weidenkörbe legen. Anschließend werden die Trauben in einen Korb oder eine Kiste gelegt, die von einem Träger an den Rand des Weinbergs gebracht wird. Beim manuellen Lesen erfolgt die Sortierung gleichzeitig mit dem Pflücken der Trauben.
Die maschinelle Weinlese ist wirtschaftlicher. Sie wird von Traktoren durchgeführt, die so konstruiert sind, dass sie eine oder zwei Rebzeilen überqueren können, sogenannte Überfahrmaschinen. Diese Maschinen ermöglichen keine Sortierung der Trauben. Daher legen die Winzer die Trauben nach der Ernte auf Sortiertischen, bevor sie sie in die Presse geben.
Die Bräuche
In Frankreich ist die Zeit der Weinlese ein festlicher Brauch, der in den Weinregionen tief verwurzelt ist, da sie den wichtigsten Schritt der Weinherstellung darstellt. Sie markiert das Ende der Arbeit im Weinberg (die Weinbau) und den Beginn der Arbeit im Weinkeller (die Vinifikation). Jede Region hat daher die Gewohnheit, das Ende dieses Prozesses gebührend zu feiern. In der Champagne, insbesondere in der Region Marne, spricht man vom Cochelet, dem Fest zum Ende der Weinlese. Der Cochelet geht auf eine alte Tradition aus dem Mittelalter zurück. Zu diesem Anlass brachte man einen Hahn zum Essen mit, dem Wein zu trinken gegeben wurde. Das dann betrunkene Tier wurde unter dem Gelächter der Gäste freigelassen. Der Begriff Cochelet bezeichnete damals den Hahn auf dem Kirchturm.
Obwohl der Hahn verschwunden ist, ist die Tradition, sich zu einem Festessen zu versammeln, erhalten geblieben. In Burgund existieren mehrere Traditionen nebeneinander. Die bekannteste ist die Paulée. Die Paulée ist ein traditionelles Essen, bei dem jeder seinen besten Wein mitbringt. Die berühmte Paulée von Meursault, die "Les Trois Glorieuses" (großes burgundisches Fest, das im Clos de Vougeot, in Beaune anlässlich des Hospiz-Verkaufs und dann in Meursault stattfindet) abschließt, wird traditionell jedes dritte Novemberwochenende gefeiert. Der Name Paulée stammt vom Dialektwort paule, das Schaufel bedeutet, und bezieht sich auf den letzten Schaufelstich Trauben, der in die Presse gegeben wird. Im Mâconnais und Beaujolais heißen die Feierlichkeiten R'voule. Auf dem Programm stehen Fleischgerichte in Sauce und Waffeln zum Dessert! Schließlich ist in der Region Bordeaux die Gerbaude das traditionelle Fest. Die Feier verdankt ihren Namen dem Wort "Gerbe", einem Bündel Stängel, das mit Blumen bedeckt ist und auf den letzten Wagen der Ernte gelegt wurde.
Die Weinlese 2020 – unglaublich früh!
Im Jahr 2020 bricht die Weinlese alle Rekorde in Sachen Frühzeitigkeit! Tatsächlich hat es seit über 40 Jahren keine so frühe Weinlese mehr gegeben. Der Grund? Ein außergewöhnlicher Sonnenschein und Rekordtemperaturen während der ersten Jahreshälfte. Das Jahr 2020 verspricht ein außergewöhnliches Jahrgang zu werden. Eine besondere Erwähnung gilt dem Domaine Fichet, dem ersten Weingut, mit dem das Domaine du Goût für seine Box zusammengearbeitet hat und das in diesem Jahr am Mittwoch, den 12. August 2020, die Weinlese eröffnete.
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